Startseite
Startseite-> Abenteuer Glaube - Café unterm Kirchturm gewinnt Bonifatiuspreis
Abenteuer Glaube
Bildquelle: Bonifatiuswerk / Patrick Kleibold

Café unterm Kirchturm gewinnt Bonifatiuspreis

Die Liebfrauengemeinde in Kiel hat den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz des „Bonifatiuspreises für missionarisches Handeln in Deutschland" gewonnen, den das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken alle drei Jahre vergibt. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Leitwort: „Abenteuer Glaube. Entdecker gesucht!"

Das Café unterm Kirchturm mit integrierter Poststelle wird seit zwei Jahren von ehrenamtlichen Helfern der Liebfrauengemeinde in Kiel betrieben. Im Gemeindehaus ist jeder eingeladen, Kirche und Gemeinschaft lebensnah zu erfahren. Die Poststelle bietet gerade älteren, in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen die Möglichkeit, mit Bekannten, Freunden und Familienangehörigen weiterhin über den Postweg in Kontakt zu bleiben.

„Mittlerweile finden auch Menschen den Weg in das Café, die vorher mit Kirche nicht viel zu tun hatten", sagt Franz-Josef Hosse von der Liebfrauengemeinde. Mit einer Auszeichnung durch den Bonifatiuspreis hätte er dennoch nicht gerechnet: „Wir haben das selbst gar nicht so missionarisch wahrgenommen, aber wir sind sehr stolz, dass wir gewonnen haben."

Ausgewählt wurde das Projekt von einer prominent und fachkompetent besetzten Jury. Dazu gehören die Bundesministerin Julia Klöckner, Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf, die Journalistin und Moderatorin Gundula Gause, die BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier, die Mauritzer Franziskanerin Sr. Maria Magdalena Jardin, Prälat Erich Läufer und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

„Glaube passiert nicht in verklausulierten Phrasen auf dem Blatt, sondern mitten unter uns, in jeder Begegnung, im Hier und Jetzt. Das Café unterm Kirchturm mit integrierter Poststelle zeigt dies auf anschauliche Weise. Die Gemeinde bietet ein niederschwelliges Angebot, um bei Kaffee und Kuchen in Berührung mit Kirche und Glauben zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Es freut mich sehr, dass den Verantwortlichen des Cafés, die als Glaubensbotschafter in die Gesellschaft wirken, die entsprechende Anerkennung durch den Bonifatiuspreis entgegengebracht wird", begründet Gundula Gause als Jurymitglied die Entscheidung für den zweiten Preis.

Den ersten Platz mit 3.000 Euro haben die „One Minute Homilies" der deutschen Jesuiten erhalten. Sie bringen in verständlicher Alltagssprache das Evangelium in einer Minute auf den Punkt. Die Videos werden auf Facebook und YouTube veröffentlicht. Das Kinderzeltlager der Pfarrgruppe Alzeyer Hügelland hat den dritten Platz mit 1.000 Euro für ihren „Escape Room" bekommen, den sie während der diesjährigen 72-Stunden-Aktion des BDKJ in Kirche und Pfarrhaus in Alzey durchgeführt haben. Ein Sonderpreis in Höhe von 800 Euro wurde dem „Komm-und-sieh-Kurs" am Dresdner St. Benno-Gymnasium verliehen, der Jugendlichen Erfahrungsräume des Glaubens eröffnet.

„Die vielfältigen und kreativen Projekte geben Zuversicht in unserer heutigen Zeit, in der die institutionellen Strukturen der Kirche kritisch hinterfragt werden. Die 220 Bewerber zeigen uns, dass sie die Kirche mit ihren Gaben, Fähigkeiten und Ideen mitgestalten wollen, dass sie trotz herausfordernder Zeiten auskunftsfähig über ihren Glauben sein wollen, um so Andere mit der Vitalität des Evangeliums in Berührung zu bringen", betont Monsignore Georg Austen die Bedeutung des Bonifatiuspreises.

Der von Prälat Erich Läufer gestiftete Preis wurde dieses Jahr zum sechsten Mal vergeben. Ausgezeichnet werden Kirchengemeinden, Schulen, Verbände, Institutionen, Orden, Gemeinschaften und Einzelpersonen, die auf innovative und kreative Weise zeigen, wie Glaube heute in die Welt getragen werden kann. Alle eingereichten Projekte sind auf der Homepage des Bonifatiuswerkes unter www.bonifatiuswerk.de und auf www.pastorale-innovationen.de einzusehen. 
(Quelle: Bonifatiuswerk)