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56. Ökumenische Ansgar-Vesper
Bildquelle: Erzbistum Hamburg / M. Greve

„Einheit der Christen sichtbar machen“

In der jährlichen Ansgar-Vesper in der Hamburger Petrikirche treffen Christen aller Konfessionen zusammen. Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt hob am Montag das Gemeinsame hervor und forderte „gelebte Mahlgemeinschaft".

Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat in ihrer Predigt bei der ökumenischen St.-Ansgar-Vesper in der Hamburger Hauptkirche St. Petri das Verbindende zwischen allen Christen hervorgehoben. „Wir teilen mit dem heiligen Ansgar den Auftrag‚ gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen. Und das sowohl in Predigt, Unterricht und Seelsorge als auch in aktiv wahrgenommener gesellschaftlicher und politischer Verantwortung und in konkreter Hilfe für Menschen in Not."
Diese Einheit müsse mehr sein als bloßes Nebeneinander, predigte die Landesbischöfin weiter. Sie solle ihren angemessenen Ausdruck finden, solle sichtbar werden, erfahrbar sein. „Auch in gelebter Mahlgemeinschaft am Tisch des Herrn. Dieses Mahl darf kein Mahl der Trennung sein. Wo es das dennoch ist, darf es das nicht bleiben."

Neben der Landesbischöfin nahmen unter anderem Anba Damian, Bischof der Koptisch-orthodoxen Kirche in Norddeutschland, Erzbischof Stefan Heße und Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, an der Vesper teil. Mit dabei waren zudem Abordnungen des evangelischen Ordens der Johanniter sowie der römisch-katholischen Laienorden der Malteser und der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg organisierten Kirchen feiern seit 1965 diesen ältesten, regelmäßigen ökumenischen Gottesdienst in der Hansestadt am 3. Februar. Es ist der Todestag des heiligen Ansgar (801-865), Missionar des Nordens und erster Bischof Hamburgs. Die Liturgie geht auf den heiligen Benedikt von Nursia (480–547) zurück. Laien begründeten Anfang der 1960er Jahre als Vorläufer der Vesper zunächst eine gemeinsame Abendmusik. Damals schien das gemeinsame Beten von evangelischen, römisch-katholischen und orthodoxen Christen in einer Kirche noch nicht möglich.

(Text und Fotos: Matthias Greve)