Startseite
Startseite-> 500 Minis aus dem Erzbistum - Rom, ein heißes Pflaster
500 Minis aus dem Erzbistum

Rom, ein heißes Pflaster

Ministrantenwallfahrt in Rom. 500 Messdiener aus dem Erzbistum Hamburg sind dabei. Mit 14 „Minis" ist der Pastorale Raum Hamburg-Harburg vertreten. Was haben sie in Rom erlebt? Lisa Mittag (16) erzählt von den ersten Tagen:

Hamburger Messdiener am Tieber bei Abendlicht

So lässt sich Rom aushalten: Erster Abend am erleuchteten Tiber.  Foto: privat

Hamburg-Wilhelmsburg, Samstag, 12 Uhr: Es geht los. Wir starten in einem Reisebus.14 Messdiener sind wir, dazu gehören drei ältere aus der S-Klasse aus Wilhelmsburg.

Samstag, 12.15 Uhr: Abgefahren: Vor uns liegen 24 Stunden auf diversen Autobahnen bis nach Rom. Zwischendurch gibt es nur einzelne Pausen, geschlafen wird im Bus. Das war anstrengend, weil es auf den Sitzen nur wenig Beinfreiheit gab, aber auch witzig. Wir hatten viel Spaß und haben sogar gesungen.

Rom, Sonntag, 12 Uhr: Endlich angekommen. Unser Hotel „Capital Inn" auf der Via Carlo Santarelli liegt östlich der Stadt, 15 Kilometer vom Petersdom entfernt. 300 Messdiener aus dem Erzbistum Hamburg sind hier untergebracht. Erst einmal geht's auf die Toilette, ein bisschen frisch machen, die Umgebung ansehen.

Sonntag, 16 Uhr: Der erste Gottesdienst in Rom. Unser Jugendpastor Alexander Görke feiert ihn mit allen 300 Hamburgern im Hotel. Danach geht es mit der U-Bahn ins Zentrum. An die römischen U-Bahnen muss man sich erst gewöhnen, allein die Ticket-Automaten sind nicht ganz leicht zu bedienen.

Sonntag 18 Uhr: Wir verschaffen uns einen Überblick. Erster Anlaufpunkt in Rom ist natürlich der Petersdom, die Engelsbrücke und die Engelsburg davor.

Sonntag, 21 Uhr: Wir haben erst einmal genug gesehen, Pizza gegessen und sitzen jetzt mit einem Eis am Ufer des beleuchteten Tiber. Das Eis ist von McDonalds, schmeckt aber trotzdem gut.

Montag, 8 Uhr: Morgenimpuls im Hotel. An jedem Tag bereitet eine andere Gruppe diese Andacht vor. Unser Thema ist ein Satz aus Psalm 34. „Suche den Frieden und jage ihm nach." Das ist auch das Leitwort der ganzen Wallfahrt. Wir fragen: Was suchen wir eigentlich? Was wollen wir finden?

Montag, 8.15 Uhr: Das Frühstück, na ja, ist nicht besonders toll. Die Italiener frühstücken ja eigentlich kaum. Außerdem müssen wir eine halbe Stunde am Buffet Schlange stehen. Dass 300 Gäste zur gleichen Zeit frühstücken, darauf ist das Hotel nicht eingerichtet.

Montag, 10 Uhr: Wir sind wieder in der Altstadt von Rom. Die anderen machen ein Stadtspiel, aber wir wollen die Stadt auf eigene Faust erkunden. Was man so gesehen haben muss: Piazza Navona, Pantheon, Kolosseum...

Montag 12.30 Uhr: Auf unserem Weg liegt die Kirche Santi Quattro Coronati. Wir gehen hinein. Endlich ein stiller Ort. Es ist gerade Mittagsgebet. Das Gebet mit Ordensschwestern ist beeindruckend. Beruhigend für uns, gut zum 'runterkommen.

Montag, 14.30 Uhr: Auf zum Petersdom. Eigentlich war es so organisiert, dass wir extra schnell 'reinkommen. Am Ende müssen wir zweieinhalb Stunden an der Sicherheitsanlage warten! Dabei gibt es sogar noch Ärger. Der Petersplatz ist schon für die Papstaudienz bestuhlt und abgesperrt. Aber nur in der Mitte des Platzes steht ein Brunnen, wo es Wasser gibt. Einige gehen hin. Prompt taucht die Polizei auf und pfeift uns weg. Die Carabinieri sind etwas sauer auf uns Hamburger. Aber die Italiener in der Schlange sind auf unserer Seite!

Montag, 16 Uhr: Wir haben 35 Grad auf dem Petersplatz. Heiß! Wir brauchen Wasser!

Montag, 16.30 Uhr: Unter denen, die in der Schlange warten, entdecken wir unseren Erzbischof. Wir begrüßen uns. Da wir Zeit haben, machen wir gleich schon das vereinbarte Interview mit ihm.

Montag, 17 Uhr, Petersdom: Endlich sind wir drin. Wir feiern eine Messe mit Erzbischof Stefan. Alle Hamburger dürfen durch den großen Mittelgang einziehen. Freundliche Blicke auf beiden Seiten. Ein gutes Gefühl!

Montag, 19.30 Uhr und später: Freizeit nach einem anstrengend Tag. Zum Glück wird es jetzt ein bisschen kühler. Wir essen Carbonara in einem Restaurant in der Nähe vom Pantheon. Und essen Eis. Diesmal richtiges italienisches Eis. Bevor wir zurück ins Quartier können, müssen wir noch mal eine halbe Stunde auf den Bus warten. Im Hotel sind wir froh, duschen zu können. Dann fallen wir alle ins Bett.

Dienstag, 8 Uhr: Der zweite „richtige" Tag in Rom beginnt wieder mit dem Morgenimpuls. Heute steht ein wichtiger Punkt auf dem Programm. Die Papstaudienz auf dem Petersplatz. Wo die Stühle stehen, wissen wir ja schon. Nur die wenigsten von uns haben Papst Franziskus schon live gesehen. Ich selbst lege gar nicht so viel Wert darauf. Der Wetterbericht verheißt 35 Grad. Zu warm! Ich bin halt ein Nordkind.

aufgezeichnet von Andreas Hüser / Neue KirchenZeitung