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Die Grenze demontiert
Erinnerungen von Pfarrer Rudolf Läken
Seit 19 Jahren hat Pfarrer Rudolf Läken aus Herz Jesu in Hamburg-Hamm eine Rolle Gitterzaun in seinem Keller liegen. „Das ist ein Stück meiner Geschichte“, sagt er: Es erinnert ihn daran, wie er am 6. Oktober 1990 – drei Tage nach dem ersten Tag der deutschen Einheit – den Grenzzaun in Herrnburg mit Schraubenziehern abmontiert hat.

Damals war Läken Pfarrer in St. Bonifatius in Lübeck – gerade mal 20 Autominuten von der innerdeutschen Grenze entfernt. Am Fernsehen verfolgte er am 9. November 1989, wie die Grenzen geöffnet wurden – und weinte. „Schon am Freitag war Lübeck überschwemmt mit Trabis“, erinnert er sich. Am Nachmittag hatte er Erstkommunionunterricht – und plante kurzentschlossen um.  Mit den Kindern malte er kleine Willkommenskarten („Herzlich Willkommen! Die Erstkommunionkinder von St. Bonifatius“) und verteilte sie mit Schokolade und Apfelsinen an die Trabifahrer.

Eine Woche konnte er eine Familie aus Wismar in seinem Frühgottesdienst begrüßen. Er lud sie zum Frühstück ins Pfarrhaus. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt:
Zum Christkönigsfest erwartet Läken die Freunde dieses Jahr in Herz Jesu Hamm.

Foto: M. Sendker


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Beitrag in der Neuen KirchenZeitung
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