zur den Kirchgemeinden
Geschichte des Hamburger Mariendoms
9. - 16. Jahrhundert

18. - 19. Jahrhundert

19. - 20. Jahrhundert

20. - 21. Jahrhundert 

9. - 16. Jahrhundert
Im Jahr 810 wird das nordelbische Gebiet bis zur Eider in das Frankenreich eingegliedert. Dadurch wird eine dauerhafte kirchliche Organisation möglich. In dem fränkischen Kastell Hammaburg entsteht eine Taufkirche.

Der Benediktinermönch Ansgar wird 831 erster Erzbischof des neu errichteten Erzbistums Hamburg. Er errichtet eine hölzerne Domkirche. Bei dem Wikingerüberfall 845 verbrennt dieser erste Dom.

Nach der Zerstörung Hamburgs wird das Erzbistum Hamburg mit dem Bistum Bremen zum Erzbistum Bremen-Hamburg vereinigt. In Hamburg gibt es weiterhin ein Domkapitel mit Sonderrechten. Es betreibt unter anderem den Bau des Mariendoms.

Im 11. Jahrhundert wird ein steinerner Mariendom errichtet. In den folgenden Jahrhunderten wird er vielfach verändert und erweitert.
 
In der Reformation setzt sich die lutherische Lehre 1529 in Hamburg durch. In der Folge lässt der Rat der Stadt den Dom schließen.
18. - 19. Jahrhundert
Von 1804 bis 1807 wird der Hamburger Mariendom abgerissen. Wertvolle Kunstschätze, Urkunden und Dokumente werden verschenkt oder verkauft. Nur weniges von der reichen Ausstattung findet sich heute andernorts – zum Beispiel zwei Chorfenster in der katholischen Kirche in Ludwigslust.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts leben nur wenige hundert Katholiken in Hamburg. Im Zuge der Industrialisierung wächst ihre Zahl stark an. 1878 leben etwa 22.000 Katholiken in der Stadt. 1910 sind es schon 51.000.
Die Katholiken in Hamburg brauchen neue Kirchen. 

19. - 20 Jahrhundert
Angespornt durch den einflussreichen Zentrumspolitiker Ludwig Windhorst sollte die Marienkirche ein Zeichen der Erneuerung und des Aufbruchs in der Nachfolge des aus wirtschaftlichen Erwägungen des Hamburgischen Senats 1805 abgerissenen Mariendoms sein.
 „Groß müsst ihr bauen!“ rief Windhorst den ca. 25 000 Hamburger Katholiken zu – und das taten sie dann auch.
Zitat Ludwig Windhorst in seiner Rede am 29. Dezember 1887: „Hamburg ist das Tor Deutschlands zur Welt. Die Deutschen, welche in die Welt hinausgehen, hier sprechen sie das letzte Gebet auf deutschen Boden. Deswegen soll sie Marienkirche heißen – Stella Maris!“
1889 erhält der Paderborner Architekt Arnold Güldenpfennig den Auftrag zum Bau der Kirche. Ein Jahr später wurde der Grundstein gelegt. Am 28. Juni 1893 weihte der Osnabrücker Bischof Bernard Höting die St. Marien Kirche.

Die St. Marien-Kirche wird der erste katholische Kirchenneubau in Hamburg seit der Reformation und steht für ein Wiedererwachen katholischen Selbstbewusstseins in der Diaspora.

Im Stadtteil St. Georg lebten besonders viele Katholiken.

Innenansicht der St. Marien Kirche, ca. 1930

Die Errichtung der Kirche kostete 495.895 Mark. Papst Leo XIII. und Kaiser Franz-Joseph von Österreich spendeten für den Bau – und mit ihnen viele andere. Eine Dame aus St. Georg gab 2.000 Mark für die Beschaffung der Kanzel. Herr Tiefenbacher, Vorsteher des Kirchenkollegiums, spendete 7.200 Mark für den Hochaltar, und hundert katholische Eisenbahner stifteten die Kommunionbank.

20. - 21. Jahrhundert
Am 7. Januar 1995 wird die Errichtung des Erzbistums Hamburg feierlich vollzogen. Zugleich wird die Pfarrkirche St. Marien zur Domkirche erhoben.

Dr. Ludwig Averkamp wird erster Erzbischof in Hamburg.
Seit dem 22. November 2002 ist Dr. Werner Thissen Erzbischof von Hamburg.