zur den Kirchgemeinden
Leitbild des Generalvikariates des Erzbistum Hamburg
Präambel
Wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter und der Generalvikar als Leiter des Erzbischöflichen Generalvikariates verstehen dieses Leitbild als Orientierung für unseren gemeinsamen Dienst in unserem Erzbistum Hamburg.

Unser Handeln ist zum einen berufliche Tätigkeit und zum anderen Teilnahme am christlichen Auftrag, der sich am Evangelium ausrichtet. Wir sind Teil des Volkes Gottes. Unsere Dienstgemeinschaft zeichnet sich durch offene und faire Kommunikation aus. Sie ist geprägt von Wertschätzung, Transparenz und vom Ringen um Inhalte.

Unser Handeln ist darauf ausgerichtet, den Erzbischof mitverantwortlich bei der Erfüllung seiner Aufgaben im Erzbistum Hamburg zu unterstützen.
Diese leiten sich ab aus den Grunddiensten Liturgia, Diakonia, Martyria und Koinonia. 

Dabei sind die sieben Leitsätze des Pastoralgespräches „Das Salz im Norden“ unsere Perspektive.

Als Erzbischöfliches Generalvikariat tragen wir zur Erfüllung des Auftrags der Kirche mit verschiedensten Dienstleistungen für Pfarreien und Missionen, Einrichtungen und Verbände bei. Diese sind von den Prinzipien der katholischen Soziallehre Personalität, Subsidiarität und Solidarität geleitet.

Mit diesem Leitbild formulieren wir,

  • wie wir Dienstleistungen erbringen und mit Ressourcen umgehen,
  • wie wir uns als Dienstgemeinschaft verstehen und wie wir miteinander umgehen und
  • wie Leitung und Führung wahrgenommen werden.
Wie wir Dienstleistungen erbringen und mit Ressourcen umgehen
Das Erzbischöfliche Generalvikariat trägt dazu bei, den Auftrag der Kirche zu erfüllen durch Einsatz von Personal sowie Bereitstellung, Steuerung und Verwaltung pastoraler und finanzieller Ressourcen.

Wir unterstützen den Erzbischof,  indem wir Beratung, Begleitung und Aufsicht – initiativ wie reaktiv – als Verwaltung für das Erzbistum Hamburg wahrnehmen.

Wir achten bei unserer Arbeit die Eigenständigkeit der
Pfarreien und Missionen, der Einrichtungen und Verbände.
Diese unterstützen und stärken wir darin, ihre Aufgaben möglichst in Eigenverantwortung wahrzunehmen.

Wir tragen dazu bei, dass die dazu erforderlichen Maßnahmen ergriffen sowie praktikable Konzepte erstellt und an den unterschiedlichen Orten der Seelsorge umgesetzt werden können. Dazu ist kontinuierliche und zuverlässige Information nötig.

Bei unserem Tun sind für uns unverzichtbar:

  • das Verständnis, Teil der Weltkirche zu sein;
  • die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen;
  • der Einsatz für familienfreundliche und behindertengerechte Rahmenbedingungen in Kirche und Gesellschaft;
  • die Unterstützung und Stärkung des Ehrenamtes;
  • die Gleichberechtigung und Chancengleichheit;
  • die Bewahrung der Schöpfung.

Wir wissen, dass uns  nur begrenzte finanzielle und sächliche Ressourcen zur Verfügung stehen. Wir machen verantwortlich von ihnen Gebrauch nach den Grundsätzen von  Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Wir überprüfen regelmäßig die Strukturen und Prozesse, in denen wir unsere Dienstleistungen erbringen,  werten die Ergebnisse systematisch aus und sorgen kontinuierlich für Verbesserungen.

Wie wir uns als Dienstgemeinschaft verstehen und wie wir miteinander umgehen
Wir wissen, dass für uns als Dienstgemeinschaft innerhalb des Erzbischöflichen Generalvikariates folgendes grundlegend und unverzichtbar ist:
  • Initiative, Engagement, Bereitschaft zu verantwortlichem Handeln auf Seiten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  • kontinuierliche, strukturierte Informations- und Kommunikationsabläufe in und zwischen den Abteilungen/Stabsstellen.

Wir sehen und nutzen unsere vielfältigen Kompetenzen und Charismen als großes Potenzial des Erzbischöflichen Generalvikariates. Auf Basis gegenseitiger Akzeptanz lernen wir voneinander.

Wir gehen kollegial und wertschätzend miteinander um im Wissen der Unzulänglichkeiten jedes Einzelnen.

Wir unterstützen uns bei der Erledigung von Aufgaben.

Wir beachten die Grenzen psychischer und körperlicher Belastbarkeit bei Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Vorgesetzten.

Wir stärken und fördern Fachkompetenz, Kreativität,  Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft. Um das zu erreichen, ist regelmäßige Fort- und Weiterbildung selbstverständlich und wichtig.

Wir arbeiten in einer klaren Struktur. Dabei behalten wir den Blick für das Ganze.

Wir arbeiten in den uns jeweils übertragenen Aufgabenbereichen selbstständig und übernehmen Verantwortung.

Wir verwirklichen lebendige Kommunikation nach innen und außen. Dabei stoßen verschiedene Meinungen aufeinander.  Kritik ist erwünscht, weil wir sie auf dem Weg zu Entscheidungen als ein Ringen um die beste Lösung verstehen.

Konflikte sind normal. Wir tragen diese in einer fairen Streitkultur aus.

Wir nutzen die Mitarbeitervertretungsordnung für die Weiterentwicklung unserer Dienstgemeinschaft und arbeiten als Dienstgeber und Dienstnehmer vertrauensvoll zusammen.

Wie bei uns Leitung und Führung wahrgenommen werden
Leitung und Führung werden auf allen Ebenen verantwortlich wahrgenommen.

Leitungs- und Führungshandeln ist geprägt von Transparenz und Dialog.

Entscheidungen sind nachvollziehbar und erfolgen zeitnah nach sachlichen, verbindlichen und einheitlichen Grundsätzen.

Auf allen Ebenen gelten klare und verbindliche Regeln für den Informationsfluss, für Beratungs- und Entscheidungswege.

Die Entscheidungskompetenzen sind eindeutig zugeordnet.

Die Einhaltung von Vereinbarungen und Zusagen ist nachhaltig überprüfbar.

Zur Mitarbeiterführung gehört, dass

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgfältig in  Aufgabenbereiche eingeführt und gefördert werden,
  • gemeinsam für den jeweiligen Aufgabenbereich Ziele erarbeitet, vereinbart und überprüft werden,
  • die Führungsinstrumentarien (wie z.B. Mitarbeitergespräche und Dienstbesprechungen) einheitlich gehandhabt werden, abgestimmt und
  • gute Leistungen gewürdigt werden,
  • Fehler und Probleme angesprochen und Lösungswege miteinander entwickelt werden,
  • den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fort- und Weiterbildung ermöglicht aber auch von ihnen gefordert werden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Führungsverantwortung nehmen an Fortbildungen in Fragen der Kommunikation und Leitung teil.

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Dieses Leitbild wurde unter Leitung des Generalvikars in einem längeren Prozess von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Ebenen und unter Beteiligung aller Regionen sowie der Mitarbeitervertretung erarbeitet. Es nimmt Bezug auf die sieben Leitsätze des Pastoralgespräches „Das Salz im Norden“ und die Grundordnung für den kirchlichen Dienst.

Es wird regelmäßig alle zwei Jahre im Zusammenwirken von Mitarbeitervertretung und Dienstgeber überprüft und gegebenenfalls veränderten Bedingungen angepasst.

Hamburg, 7. Januar 2006 


Franz-Peter Spiza 
Generalvikar

Die Steuerungsgruppe Leitbild (2004 – 2005)

Vorsitzender der Steuerungsgruppe:
Generalvikar Franz-Peter Spiza

Sr. Beatrice Bödiker rscj
Klaus Byner
Ansgar Dust
Ursula Freese
Bernd Gaertner
Angelika Gebhard
Monika Gudde
Sigrid Kessens
Johannes Krefting
Diakon Peter Laschinski
Frauke Schmidt
Thomas Weßler
Dr. Thomas Willmann

Beratung und Moderation:
Dr. Christian Lummer, Paderborn