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Johannes Prassek - ein Porträt
"Was mich erwartet, ist Freude und Glück, gegen das alles Glück hier auf der Erde nichts gilt."
Johannes Prassek wurde am 13. August 1911 in Hamburg geboren. 1931 machte er sein Abitur am renommierten Johanneum und begann im selben Jahr ein Studium der katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main.

Nach seiner Priesterweihe 1937 in Osnabrück erhielt Prassek in Wittenburg seine erste Stelle als Kaplan. Dort machte er sich mit seiner Natürlichkeit, Offenheit und seiner vertrauensvollen Hinwendung zu einzelnen Menschen schnell beliebt. Als er im April 1939 in die Lübecker Herz Jesu-Gemeinde berufen wird, schreibt ein Gemeindemitglied aus dem mecklenburgischen Lübtheen: „Gebt uns den Kaplan wieder, bei den Katholiken und Lutherischen beliebt. Einholen wollen wir ihn mit Fahnen und Kränzen mit Girlanden, er war ein Mann nach dem Herzen Gottes!“(1) Von Zeitzeugen wird Prassek als charakterstark und mutig beschrieben. Nach einem Luftangriff auf Lübeck hatte er geholfen, verletzte Menschen aus einem zerstörten Krankenhaus zu bergen. Dafür erhielt er das Luftschutz-Ehrenzeichen – nur zwei Wochen vor seiner Verhaftung am 18. Mai 1942.

Johannes Prassek vertrat seine ablehnende Haltung gegenüber dem NS-Regime offen. In Predigten und Gesprächskreisen kritisierte er die staatlich organisierte Ermordung geistig und körperlich Kranker. Gemeindemitglieder warnten ihn immer wieder vor zu viel Offenheit, worauf Prassek entgegnete: „Wer soll denn sonst die Wahrheit sagen, wenn es nicht die Priester tun?!“(2) Um auch für polnische Mitchristen seelsorgerische Arbeit leisten zu können, lernte er sogar deren Muttersprache. Später nutzte er dieses Wissen, um im Geheimen polnische Zwangsarbeiter zu betreuen, was streng verboten war. In dem Abschiedbrief an seine Familie schrieb Prassek: „Was mich erwartet, ist Freude und Glück, gegen das alles Glück hier auf der Erde nichts gilt. Darum dürft auch Ihr Euch freuen. Für Euch ist mein Tod kein Verlust, ich hätte in meinem Amte als Priester Euch doch kaum mehr dienen können.“(3)  Johannes Prassek wurde am 10. November 1943 in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis hingerichtet.


Quellen:
(1) Voswinckel, Peter (2010): Geführte Wege. Die Lübecker Märtyrer in Wort und Bild. Hamburg: Butzon & Bercker/Sankt Ansgar Verlag, S. 69
(2) Voswinckel, Peter (2010): Geführte Wege. Die Lübecker Märtyrer in Wort und Bild, a.a.O. S.72
(3) Voswinckel, Peter (2010): Geführte Wege. Die Lübecker Märtyrer in Wort und Bild, a.a.O. S.185