zur den Kirchgemeinden
Hermann Lange
Das Porträt von Hermann Lange
Hermann Lange war der Intellektuelle im Bunde der drei Kapläne. Anders als Müller und Prassek wuchs er in gutbürgerlichen Verhältnissen auf (geb. 16.4.1912 in Leer), sein Vater war Lehrer, sein Onkel Domdechant in Osnabrück. Als Gymnasiast trat er dem kath. "Bund Neudeutschland" bei und damit in die Geisteswelt der kirchlichen Reformbewegung.

Ein Jahr nach seiner Priesterweihe (1938) wurde er Hilfsgeistlicher in Lübeck. Dort überzeugte er durch seine Bildung, sein pädagogisches Geschick und seine anspruchsvollen Predigten. Der belesene, reformorientierte Theologe konnte die Umtriebe der Nazis nur mit Abscheu registrieren. Im kleinen Kreis prangerte er die Kriegsverbrechen der Deutschen an, einem Soldaten soll er gesagt haben: Ein Christ dürfte eigentlich gar nicht auf deutscher Seite am Krieg teilnehmen.

Hermann Lange vervielfältigte und verteilte Flugblätter und NS-kritische Schriften, u.a. die Predigten von Galens. Am 15.6.1942 wurde Lange verhaftet, auch er leugnete im Prozess seine Aktivitäten nicht. Am Tag der Hinrichtung schrieb der Geistliche einen Brief an seine Eltern: "Heute ist die große Heimkehr ins Vaterhaus, und da sollte ich nicht froh und voller Spannung sein? Und dann werde ich auch alle die wiedersehen, die mir auf Erden lieb waren und nahestanden! (...) Seht, die Bande der Liebe, die uns miteinander verbinden, werden mit dem Tode ja nicht durchschnitten, Ihr denkt an mich in Euren Gebeten und dass ich allzeit bei Euch sein werde." Der Brief schließt mit dem Satz "Auf Wiedersehen beim Vater des Lichtes! Euer glücklicher Hermann."