10. April 2012
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Osterbotschaften der Bischöfe
Thissen und Jaschke predigen in der Osternacht
„Ostern gibt wieder neue Orientierung“

Der Ostermorgen gäbe nach Ansicht von Erzbischof Werner Thissen wieder neue Orientierung „Woher wir kommen, wohin wir gehen, wer wir sind“, sagte Thissen in der Osternacht im Hamburger St. Marien-Dom. Obwohl die Bibel viele Fragen offen ließe, bewundere er sie, denn die Bibel hielte die entscheidende Antwort bereit „Der Anfang der Welt und mein ganz persönlicher Anfang haben mit Gott zu tun.“

Der Erzbischof mahnte in seiner Osterpredigt sich nicht den „neuen Götzen“ unserer Zeit zu unterwerfen. „Wir leben in einer Zeit, in der Zerstreuung mehr propagiert wird als Sammlung, in der Materialisierung, Banalisierung und Spaß die neuen Götzen sind.“ Nur so, sagte Thissen, werde man frei, für neues österliches Leben. Ostern sei das Fest der Auferstehung Jesu Christi und eines Jeden „Das, was einmal am Ende unseres Lebens vollendet sein wird, das leuchtet bereits jetzt auf, nämlich: Freude am Dasein, Mut zum Handeln, Zuversicht trotz aller Fragen und Ängste. Das heißt Ostern feiern“, sagte der Erzbischof.


Weihbischof Jaschke ermutigt zu österlichen Aufbrüchen

Ostern trifft nach den Worten des Hamburger Weihbischofs Hans-Jochen Jaschke mitten in die aktuelle Kirchenkrise. „Einst hat Ostern die Jünger aus Angst und Erstarrung herausgeholt und sie zu den Menschen in die Welt geschickt. Heute werden wir von großen Sorgen gedrängt“, sagte Jaschke in seiner Osterpredigt in der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu. Menschen verließen in großer Zahl die Kirche und entzögen ihr das Vertrauen. Ostern bedeute: „Gehen wir den Menschen nach, bleiben wir Kirche für das Volk! Suchen wir neue Wege mit den Menschen und für sie“, sagte der Weihbischof.

Die andere tiefe Erschütterung liege „in den auftretenden Spaltungstendenzen, in offener Spaltung bei Priestern und Laien, in den lautlosen Distanzierungen vom Glauben und vom Leben der Kirche“. Hier müsse Ostern helfen, Lähmungen, Verhärtungen und Gräben zu überwinden. „Bleiben wir zusammen und finden wir neu zueinander“, appellierte Jaschke. In Deutschland hätte die Kirche mit dem Dialogprozess begonnen mit der Chance des offenen und ehrlichen Gesprächs. Das dürfe nicht im Sand verlaufen, ehe es richtig begonnen habe. „Eine österliche Kirche darf kein Raum der Enttäuschung und Resignation sein“, sagte der Weihbischof.
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Weiterführender Link: Predigt von Erzbischof Dr. Werner Thissen in der Osternacht